Nicht absichtlich. Sondern durch robots.txt, Firewall, CDN oder Bot-Schutz, die irgendwann „sicherheitshalber“ eingeschaltet wurden.
Das Ergebnis: ChatGPT, Claude, Gemini oder Perplexity können Ihre Inhalte nicht zuverlässig abrufen. Dann helfen weder gutes Design noch starkes SEO.
Das Missverständnis: Bot-Schutz = Sicherheit
Bot-Schutz ist sinnvoll gegen Spam, Scraping und Angriffe.
Für sichtbare Unternehmensseiten gilt aber: Wer gefunden und zitiert werden will, muss ausgewählte Such- und KI-Crawler erlauben.
Sicherheit heißt nicht „alle Bots blockieren“.
Sicherheit heißt: belästigende Bots stoppen, relevante Crawler bewusst zulassen.
Was robots.txt eigentlich steuert
Die Datei liegt im Stammverzeichnis:
https://www.example.de/robots.txt
Sie sagt Crawlern, welche Bereiche sie besuchen dürfen.
Beispiel für eine harte Sperre:
User-agent: *
Disallow: /
Damit ist die Website für die meisten Bots faktisch unsichtbar — inklusive vieler KI-Suchsysteme.
Oder selektiv:
User-agent: GPTBot
Disallow: /
User-agent: OAI-SearchBot
Disallow: /
Dann blockieren Sie genau die Systeme, mit denen Ihre Kunden inzwischen recherchieren.
Welche Crawler oft relevant sind
Die Landschaft ändert sich. Typische Namen, die Unternehmen prüfen sollten:
- OAI-SearchBot — OpenAI-Suche / ChatGPT-Suche
- GPTBot — OpenAI (Training/Abruf, je nach Kontext)
- ClaudeBot / Anthropic — Claude-Ökosystem
- Google-Extended — Google Gemini / AI-Features
- PerplexityBot — Perplexity
Nicht jeder Bot hat denselben Zweck. Manche dienen der Live-Suche, andere dem Training.
Deshalb: nicht pauschal alles erlauben oder verbieten — sondern entscheiden, welche Sichtbarkeit Sie wollen.
Firewall und CDN: der unsichtbare Blocker
Selbst mit offener robots.txt kann ein CDN (Cloudflare & Co.), eine WAF oder ein Captcha Crawler stoppen.
Dann sieht der Bot:
- 403 Forbidden
- Challenge-Seite
- leere Antwort
- Timeout
Für Menschen wirkt die Website normal. Für Maschinen ist sie tot.
Schnell-Check in 10 Minuten
- Öffnen Sie
https://ihre-domain.de/robots.txt - Suchen Sie nach
Disallow: /bei relevanten User-Agents - Prüfen Sie, ob ganze Bereiche (
/wissen/,/leistungen/) gesperrt sind - Testen Sie wichtige URLs ohne Login und ohne Cookie-Zwang
- Schauen Sie in Server-/CDN-Logs: Werden KI-Bots mit 403 beantwortet?
Wenn Sie unsicher sind: Lassen Sie die Prüfung dokumentieren. Raten ist teuer.
Was Sie typischerweise freigeben sollten
Für öffentliche Marketing- und Wissensseiten:
- Startseite und Leistungsseiten
- Case Studies / Referenzen
- Fachartikel / FAQ
- Impressum und klare Unternehmensangaben
Geschützt bleiben dürfen:
- Admin / CMS
- Kundenportale
- interne APIs
- Formular-Endpunkte mit Missbrauchspotenzial
robots.txt ist kein Ranking-Hebel — aber ein Ausschlusskriterium
Eine offene robots.txt macht Sie nicht automatisch sichtbar in KI-Antworten.
Aber eine blockierte Site macht Sie mit hoher Sicherheit unsichtbar.
Das ist der Unterschied zwischen Optimierung und Grundvoraussetzung.
Was danach kommt
Wenn Crawler Sie erreichen können, entscheiden Inhalt und Struktur:
- klare Aussagen (wer, was, für wen, wo)
- Schema.org
- zitierfähige Fachtexte
- optional
llms.txt
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